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KLIMAGESPRÄCHE 2022

„Wassermangel, Starkregen, Dürre: Wie handeln münsters Partnerstädte im Globalen Süden?”

Donnerstag, 9. Juni, 19:30 Uhr, Hörsaal GEO 1, Institut für Geographie der WWU, Heisenbergstr. 2 und online

Das Klimagespräch fragt nach den Auswirkungen des Klimawandels und Anpassungsmaßnahmen in Monastir (Tunesien) und Tamale im Norden Ghanas. Mit dem Projekt „Kommunale Klimapartnerschaften“ soll die fachliche Zusammenarbeit deutscher Städte, Gemeinden und Landkreise mit Kommunen aus Afrika, Lateinamerika und Asien in den Bereichen Klimaschutz und Klimafolgen-Anpassung gestärkt werden. Ende Mai wurde die Klimapartnerschaft mit Tamale, der drittgrößten Stadt Ghanas und Metropolregion an der Grenze zu Burkina Faso, Niger und Togo, mit dem Besuch einer dreiköpfigen Delegation in Münster mit einem umfangreichen Besuchsprogramm durch Bürgermeisterin Angela Stähler und das Büro Internationales im Amt für Bürger- und Ratsservice begründet.

Überflutungen nach starken Regenfällen treffen Siedlungsgebiete und landwirtschaftliche Flächen, ebenso gefährden Dürren die Ernten und Versorgungssicherheit, so die Delegationsteilnehmer. Manche Haushalte würden bis zu zehn Mal im Jahr unter Wasser stehen und Menschen existenziell bedroht, berichtet Nicolai Roerkohl, Ghana-Koordinator NRW. Er ist regelmäßig für Projektbesuche in Ghana. Er ist einer der Gesprächspartner im Klimagespräch, moderiert von Dr. Kajo Schukalla, Vorsitzender des Beirates für kommunale Entwicklungsarbeit der Stadt Münster.

Den natürlichen Weg des Wassers nicht durch Nachverdichtung und Bebauung der Überschwemmungsgebiete zu versperren, ist eine der Forderungen an eine klimaorientierte Stadtplanung, Frühwarnsysteme und Vorhersagen zum Schutz der Bevölkerung mittels daten- und satellitengestützter digitaler Modelle eine andere.

Die kommunale Klimapartnerschaft mit Monastir, Münsters Partnerstadt in Tunesien, hat ein nachhaltiges Abfallmanagement, Anpassung an den Klimawandel und nachhaltige Stadtentwicklung im Fokus. Hier wurde bereits eine gemeinsame Vision der Klimapartnerschaft zu formuliert, persönliche Treffen und digitale Konferenzen und Fachaustausch durchgeführt.

Die Veranstaltung findet in Präsenz und als Online-Übertragung per ZOOM statt.  https://wwu.zoom.us/j/98889208201. Meeting-ID: 988 8920 8201. Der Eintritt ist frei.

Zum Trägerkreis der Münsteraner Klimagespräche gehören das Zentrum für interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung der Universität Münster (ZIN), der Beirat für Klimaschutz und der Beirat für Entwicklungszusammenarbeit der Stadt Münster, das Umweltforum Münster, das Evangelische Forum und die Volkshochschule Münster.

 

Bericht_Zukunft_verheizen? Nein danke!

„Zukunftsfähig heizen statt ZUKUNFT verheizen: Schaffen wir die Wärmewende in Münster?” Donnerstag, 28. April, 19:30 Uhr, online

Dass wir künftig aus Klimaschutzgründen unsere Wärmeversorgung weitgehend ohne den Einsatz fossiler Energien bewerkstelligen müssen, ist schon seit langem klar. Jetzt hat der Krieg in der Ukraine und unsere fatale Abhängigkeit von russischen Kohle-, Öl- und Gaslieferungen dieser Erkenntnis eine ganz neue Brisanz verliehen. Gibt es eine „Zeitenwende“ in der Energieversorgung, wie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ankündigt?

Wie kann Münster als wachsende Stadt das Ziel der Klimaneutralität erreichen? Die Treibhausgasemissionen im Bereich Bauen und Wohnen sind zwar seit 1990 geringfügig gesunken, von den angestrebten Klimazielen ist die Stadt Münster aber auch in diesem Sektor weit entfernt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Wohnfläche pro Einwohner/-in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen hat. Welche Rolle spielen künftig Maßnahmen zur Wärmedämmung sowie die Nutzung von Solarenergie und Wärmepumpen?

Burkhard Drescher, Geschäftsführer und Sprecher der Innovation City Management GmbH hat in Bottrop positive Erfahrungen gesammelt. In einem Modellprojekt der Innovation City Ruhr konnten innerhalb von zehn Jahren die CO2-Emissionen (ohne Verkehr) innerhalb eines Wohnquartiers halbiert werden.

Stefan Hölmer, Abteilungsleiter Kraftwerksengineering und Projekte der Stadtwerke Münster, beschrieb die zukünftigen Ansätze zur Energieversorgung in der Geothermie, Windkraft, den Ausbau des Fernwärmenetzes und drei Nahwärmenetzen am äußersten Rand von Münster. Wie können Energieeffienzstandards unter Berechnung der Wirtschaftlichkeit in Wohnbauten erreicht werden?

Silke Puteanus berichtete aus ihrer Praxis als Architektin und Expertin für Energieeffizienz. Sie ist auch für die Verbraucherzentrale als Energieberaterin tätig.

Die Moderation übernahm Harald Nölle vom Umweltforum Münster.